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Kunst(mund)raub Vor etwa zwei Wochen wurde ich mißbraucht. Als Transporteur quasi von Diebesgut hatte ich mich zu betätigen. Aus meinem eigenen Lager. Also mein von anderen konfisziertes Eigentum mußte ich zur Behübschung eines neuen Daseins in die niedliche Stadt an der Ostsee, besser vielleicht: an der Trave karren. Dort nämlich hat die junge aufstrebende Wissenschaftlerin kürzlich ihre wirklich schöne Wohnung mit Balkonblick beinahe hin auf ihren neuen Arbeitsplatz an Europas größtem Institut für Forschung und Entwicklung bezogen. Zweifach glücklich ist sie nun. Zum einen, weil sie sich offensichtlich von der ersten Sekunde an wohlgefühlt hat unter den neuen Kollegen, und zum anderen, da der zauberhafte kleine Turm gleich mit der ersten Besichtigung erobert worden war. Ein Großteil der Ausstattung, etwa Küche und Bad samt erforderlichem Elektrogerät, gehörte obendrein dazu. Nur an den Wänden fehlte es. An denen der Kieler Studentenbude waren das die üblichen Bildchen aus den Lagern des schwedischen Anbieters der Vorstufe zum Müll. Das sollte, hatte Frau Mama mit Zustimmung des Töchterleins beschlossen, anders werden. Denn die hatte vor längerer Zeit so eine Art Schatzinsel entdeckt. Sie befindet sich in einem holsteinischen Dörfchen, und wann auch immer sie eintaucht in die Stapel, sie entdeckt immer wieder neues Raubgut. Das meiste wurde in eine andere Wohnung verschleppt, die wohl bald umbenamst werden muß in Russenhaus, weil bald jede freie Wandfläche zugehängt sein wird. Was so auch wieder nicht stimmt, denn irgendwie, meint die Büddenwarderin, auch unter ihrem Pseudonym Braggelmann bekannt, findet sich immer irgendwo noch ein Plätzchen. Nun hat sie's eben in Lübeck gefunden. Schließlich soll das Kind nicht darben, fügt sie an, nicht mehr diesen Fabrikmist zu sich nehmen, dieses Fastfood der Guckindustrie, es braucht Gesundes, das obendrein auch noch fein ist. Auch ich ernährte mich visuell mal von russisch Brot. In den Anfängen meiner Kunstkäufe kam anschließend alles an die Wand. Damals kannte ich dieses Haus noch nicht, in dem ich viele Jahre später einige Male zu Gast sein durfte, diese Gründerzeitvilla am Rhein, die vom Keller bis unters Dach über der vierten Etage zugehängt war von Gemälden und Zeichnungen derjenigen, die über Jahrzehnte hin einen oder mehrere Tage Wohlfühlung und auch den vor der Tür angebauten Wein genießen durften und aus Dankbarkeit obendrein Stoffe für Möbel entwarfen, die diese äußerlich angenehm zurückhaltende Klassikkate im Inneren ebenfalls zierten. Aber später, als ich dieses Erlebnis gehabt hatte, konnte ich mir durchaus vorstellen, eines Tages selbst einmal Dirigent eines solchen architektonischen und künstlerischen Russendorados werden zu wollen, so beeindruckt war ich von dieser amusealen Atmosphäre. Oft genug wurde ich in Privathäusern bewirtet, bei denen ich nie sicher war, nicht vielleicht doch in einem Museum gelandet zu sein, so perfekt, wie das alles arrangiert war. Das war es nicht unbedingt, was ich anstrebte. Als Gast fühlte ich mich eindeutig dort wohler, wo von Geschirr gegessen und aus Gläsern getrunken wurde, die vor zweihundert oder mehr Jahren gefertigt wurden. Aber dazu bedurfte es nunmal gewisser Voraussetzungen, nicht nur finanzieller, sondern auch räumlicher. Und die waren nunmal nicht vorhanden. Das dürfte mich mit zur Reduktion bewogen haben. Eines Tages begann ich, da nun wirklich kein Platz mehr war an Wänden und in Ecken und Nischen, radikal alles abzuhängen und nur noch einzelnen Bildern und Objekten Anschaungsplatz zu gewähren. Alles andere wurde in einem gesonderten Raum gelagert. Im Museum nennt man das Fundus. In dem verschwindet in der Regel das, was oftmals erst nach einer langen Direktionsdekade vielleicht wieder auftaucht. Oder eben auch gar nicht, weil die neue künstlerische Leitung an solch altem Kram kein sonderliches Interesse zeigt, da der Blick schließlich nach vorn, auf das Neue gerichtet sein will oder auch muß. Manchmal macht man an kleineren Häusern aus der Not eine Tugend und stellt Stücke aus dem tiefen Keller aus, da mangels Masse, sprich Geld neuere Ausstellungen nicht finanziert werden können. Dabei kann es durchaus zu der einen oder anderen Überraschung, einer Neuentdeckung, vielleicht gar zu einer Wiedergeburt kommen. ![]() Vor vielen Jahren nun zog auch mein Fundus um, der immer wieder aufgefüllt worden war, da es hier etwas zu entdecken gab oder dort jemandem ein Anfeuerungsruf in Form eines kleinen Ankaufs zukommen sollte, nicht zu vergessen das eine oder andere Geschenk oder ein Honorar nach dem Prinzip der Naturalienregelung. Immer alles obendrauf. Komplett wanderten die Stapel in einen gesonderten, im wesentlichen klimatisch unbeeinflußten, auf jeden Fall trockenen Raum, sorgfältig die größeren Formate nach unten, die gerahmten an die Seite, die einzelnen Blätter in Mappen, Winzigkeiten wie des großartigen Georg Chaimowicz Bierdeckelzeichnungen, entstanden nach dem Verzehr von einigen Metern (schweiniger) Bratwurst — denk ich mir, es wär' a Fisch — (die den Hinweis zulassen, daß er ganz so vertieft religiös dann doch nicht gelebt hat, wie dieser Text vermitteln möchte), oder Dieter Roths Schimmelbilder in Schachteln. Aber so rechte Beachtung, das sei zu meiner Schande gestanden, fanden sie eigentlich nicht mehr. Bis eben vor längerer Zeit die ausgehungerte Kunstmundräuberin, die angesichts der südlich gelegenen Lagerstätten bereits lange Zähne bekommen hatte, in der Kunstkammer verschwunden und mit einem Teil ihres Diebesgutes herausgekommen war, das dann anderenorts an den Wänden wieder auftauchte. Immer wieder mal verschwand sie in der nur von der Kunst bewohnten Kemenate und konfiszierte im Namen der Freiheit der Kunst. Immer dichter behängt gerieten die Wände in diesem Russenhaus, sogar den Hausflur zierten irgendwann Flächen mit größeren Formaten, wohl ausgesucht, um die älteren, zudem aus dem sozialistischen Realismus kommenden Vermieter nicht allzu sehr zu erschrecken: heute eher sanfte, aber in den Anfangsiebzigern durchaus unruhigere Lange-Zeichnungen (leider im Netz nicht aufzutreiben), damals bei der Produzentengalerie zehn neun, einer Genossenschaft, auf Raten gekauft. Oben dann, nachdem sie von der Rahmenhändlerin eingefaßt, in einem Fall sogar die prägnante Signatur von Hans Baschang ehrfürchtig mit einem gesonderten Passepartout versehen worden waren, die mal etwas größeren, mal kleineren Blätter von Gerhard Altenbourg, Rolf-Gunter Dienst, Robert Filliou, Romain Finke, Robert Jacobsen, Albert Lohr, Nam June Paik, K. R. H. Sonderborg, Sol LeWitt und so viele mehr, darunter einige nicht sonderlich bekannte, aber deshalb wahrhaftig nicht schlechtere Künstler, nicht zuletzt solche, an deren Namen ich mich gar nicht erinnere, wie etwa der der in jeder Hinsicht entzückenden australischen Künstlerin, von der ich irgendwann irgendwo eine Installation kaufte, für die sich allerdings nie ein Installateur fand und deren dazugehöriges Wandbild, das die Kunsträuberin für Lübeck vorgesehen hatte, nun ein Bücherregal verstellt, für das aber, mit Sicherheit, schon noch ein Plätzchen gefunden werden wird irgendwo. Bevor die Kunst im Gefängnis verkümmert. Mittlerweile nimmt der Hunger nach Bildern für mich erschreckende Ausmaße an. Im Zug der Lübecker Wohnungsbehübschung ist ein nicht eben kleiner Voth aufgetaucht, ein Siebdruck (hier eine andere Abbildung) zur Reise ins Meer, der auch ich seinerzeit fasziniert beigewohnt habe. Töchterlein wollte keine Mumie an der Wand haben, aber der jüngere Bruder ist so verrückt nach dieser Nordseeleiche, daß er von seinen paar Groschen bereits einen neuen Rahmen geordert hat. Irgendwie muß ich dabei daran denken, wie verhement er einst das vom Wein versaute Goulasch abgelehnt hat und mittlerweile der erste ist, der den Deckel des Topfes anhebt, in dem es leicht vor sich hingeblubbert hat. Aber die Kunstentwicklung kann ich mir wohl kaum auf mein Banner schreiben. In das Horn hat wohl die Mutter gestoßen. ![]() Auch bei mir hat sie etwas ausgelöst: Hin und wieder schaue ich im Fundus nach, was mir bleibt, denn nach jeder Kammerpirsch schleppt die versierte Schatzsucherin etwas anderes heraus. Ob sie es noch nicht entdeckt hat? Einstmals ein Geschenk, über das ich mich jetzt wohl erst so richtig freue, weil ich es vor den Raubzügen retten konnte, ein handcoloriertes Blatt von Wolf Vostell, von dem mir 2006 dessen Sohn Rafael schrieb: « Vor wenigen Monaten ist in der Städtischen Galerie Villa Zanders in Bergisch Gladbach das Werkverzeichnis zur Druckgraphik von Wolf Vostell erschienen. Das Blatt ist dort aufgeführt.» Ich sehe schon: das wird doch wieder eine (noch) längere Geschichte. Ein wenig möchte dann doch von einer Kunstbeziehung an sich berichtet werden. Bei Gelegenheit.
«Religiöser Wahn in der Horizontalen» ist bei Exportabel getitelt, und Autor sowie Eigner Genova68 bezieht sich dabei auf «Ein skurriles Detail, das einem in Jerusalem auffällt: Die Grenzen verlaufen dort nicht nur horizontal, sondern auch vertikal: Die (jüdische) Klagemauer in der Altstadt beispielsweise und damit angeblich der letzte Rest des ersten Tempels liegt etwa zehn oder zwanzig Meter unter dem (muslimischen) Felsendom. Die Juden wollen natürlich nicht auf die Mauer verzichten (wie gesagt, erster Tempel!) und die Muslime wollen natürlich nicht auf die Stelle obendrüber verzichten, denn von dort ist Kollege Mohammed in den Himmel geritten (und das auch noch auf seinem Lieblingspferd!) Ganz klar: Solche heiligen Stätten müssen mit Zähnen und Klauen verteidigt werden. Damit verläuft eine imaginäre Grenze zwischen oben und unten, diesmal nicht nur übertragen, sondern ganz real.» Das alleine ist interessant zu lesen (und anzuschauen), nicht zuletzt wegen des Verweises auf die dortige Situation, auch auf «das Buch des Architekturtheoretikers Eyal Weizman, Sperrzonen, Israels Architektur der Besatzung. Es ist schlicht notwendig, daß darauf immer wieder hingewiesen und darüber debattiert wird, zumal es sich dabei nun wahrlich nicht um den ach so fernen, sondern um den nahen Osten handelt, wo es heftig schwelt. Die Debatte erfolgt dann auch. Allerdings bildet sich rasch ein Nebenschauplatz heraus, der mit einem Hinweis auf eine längst bestehende «Lösung» eröffnet wird: Die Ringparabel von Lessing in Nathan der Weise. Und dann folgt eine Auseinandersetzung, die als solche zwar nicht neu ist, deren historische Argumentation im allgemeinen aber gerne ausgelassen wird.
Die neue Gier nach Neuem ![]() Angesprochen habe ich's immer wieder mal, versucht, es anzutippen in der Hoffnung, das Denkdackelchen in der Hutablage des Kopfes würde lächelnd oder sonst irgendwie zu nicken beginnen. Die Begriffsgegenüberstellung habe ich auch bereits ausprobiert, nach Neu- und altgierig kam tatsächlich einige Bewegung hinein. Aber die Welt habe ich sozusagen natürlich wieder nicht bewegt damit — immer wieder vergesse ich, was ich seit einigen Jahrzehntchen weiß und woraus ich eigentlich beruflich die Konsequenz gezogen hatte: der Welten Lauf läßt sich durch Mahnen und Warnen nicht verändern. Die Kugel zieht unaufhörlich ihre Bahn, wie die Deutsche ihre auf dem Weg in die Zukunft, wenn die Störungen letzterer möglicherweise genau dadurch bestimmt sind. Es wird nur noch nach vorn geblickt. Deshalb heißt das, was früher mal Wißbegier genannt wurde, heutzutage unverbrüchlich Neugier. Letztere Bezeichnung habe ich als eindeutige Negativbewertung gelernt. Nach Neuem gierte beispielsweise der heimlich durch die vorhanglosen Fenster starrende Nachbar, vermutlich, weil er diese Transparenz als ein Zeichen religiöser Reformation deutete und hoffte, dahinter vielleicht doch ein wenig Sünde zu entdecken, was ihm selten gelang, da es hinter dreckigen Gedanken nicht allzuviel Unmoral zu erblicken gibt. Neugier, das brachten mir meine Deutschlehrer bei, ist die unterste Stufe, Neues sehen zu wollen. Die Wißbegier(de) hingegen sei an keine Aktualitäten gebunden, im Gegenteil, das sei der Blick in eine Vergangenheit, die auf Erfahrung basiere. Nun ja, es ist die Erfahrung anderer, und die scheint zusehends mehr zu langweilen. Geschichte, wen interessiert denn dieser verstaubte Kram? Ende der neunziger Jahren sprach eine nicht unbedingt alte Dame aus dem Vorstand eines zu dieser Zeit mit führenden deutschen Kunstvereins einmal von der «eingeschränkten Halbwertzeit». Es ging um die Planung einer Ausstellung über das Informel, auch über die Situationistische Internationale. In diesem Zusammenhang erwähnte sie einen Künstler, der dabei maßgeblich mitgewirkt hatte, im deutschsprachigen Bereich sogar zu dessen geistigen Vätern zählte (Mütter hatten damals noch hinterm Herd zu stehen). Der als Kapazität geltende und deshalb eigens aus dem Ausland geholte künstlerische Leiter dieser Institution kannte diesen Mann nicht, dem auch als Publizist zumindest unter kunstbewegten Menschen ein Ruf, im besten Wortsinn, wie Donnerhall vorauseilte. Er hatte sich allerdings nicht nur aus dem Kunstmarkt herausgehalten, er hatte sogar mit brillanten, teilsweise streitschriftartigen Essays kräftig dagegengehalten. Das dürfte einer der Gründe dafür sein, daß der immer nach vorne blickende Direktor dieses Kunstvereins diesen Namen noch nie gehört hatte. Der andere Grund ließe sich in der «eingeschränkten Halbwertzeit» erblicken, denn zu dieser Zeit setzte der unwiderstehliche Drang ein, die neuere Kunstgeschichte ab dem marktgewordenen Andy Warhol neu schreiben zu wollen oder überhaupt erst beginnen zu lassen. Das postmoderne anything goes oder auch Alles ist machbar, Herr Nachbar spülte alles davorliegende Moderne in die Abwasserkanäle der Vergangenheit. Gestern abend wurde in Kulturzeit von 3sat über eine Trauerfeier zu einem in jüngster Vergangenheit schlimmen Ereignis berichtet. Nein, das Gedenken zum Einjährigen war nur der Aufhänger — wenn ich auch zu beobachten meine, der Boulevard spiele sich auch in diesem Fernsehfeuilleton zusehends in den Vordergrund — für ein Buch. Ich habe es nicht gelesen und kann deshalb nicht beurteilen, inwieweit die Autorin neue — also auf Altem basierende — Erkenntnisse eingebracht hat. Doch darauf dürfte es auch nicht ankommen, handelt es sich dabei doch in erster Linie um Trauerarbeit. (Dabei fällt mir der Begriff Erinnerungsarbeit ein, nach meinem Wissen geprägt in den Anfängen der Achtziger von Wolfgang Ruppert, der auf diese Weise die Menschen aufforderte, auf ihre Dachböden der Vergangenheit zu steigen, um der Gegenwart näher zu kommen.) Die Verfasserin hatte das Buch zum Anlaß genommen, über den Tod ihrer vor einem Jahr ermordeten Tochter hinwegzukommen, die als Referendarin an dieser Realschule tätig war, also angetreten war, Kindern das dringend benötigte Wissen zu vermitteln. Im begleitenden filmischen Beitrag wurde deutlich, worauf sie die Ursachen für Gewaltausbrüche wie die sich allüberall häufenden zurückführt. An offenbar vorderster Stelle steht für sie dabei der ungeheuerliche Druck, dem die Kinder bereits vom Kleinstkindalter an ausgesetzt sind. (Selbstverständlich wurde einmal mehr zur Bestätigung dieser Erkenntnis ein Experte ins Bild gesetzt, vermutlich, weil einem das sonst niemand glaubt oder weil wir uns alle so an die Fachleute gewöhnt haben und es deshalb nicht mehr ohne sie geht.) Alle Welt hat nach vorne zu schauen, als ob die Kugel sich immer schneller drehte. Das Glück dieser Erde liegt in der Zukunft — oder in der Hoffnung, mittels dem, was heutzutage Bildung genannt wird, es doch noch zu schaffen an den Zenit des beruflichen Spezialisiertseins (von dem Arnold Gehlen vor vielen langen, eben zurückliegenden Jahren noch schreiben durfte, er sei spezialisiert auf das Nichtspezialisiertsein). Neugierig leben, wird seit einiger Zeit verführer- oder auch aufforderisch hineingeblendet in mein heiß- und manchmal auch haßgeliebtes Blütensternengärtchen, in diesen überwiegend von mehr oder minder tänzelnden Damen moderierten «Fernsehanstalt gewordenen Zen-Buddhismus». Glücklicherweise tut man dort meistens nur vordergründig so, als ob es nur hinter gelifteten oder gar keinen Vorhängen auf der Alm koa Sünd' gäb'; gleichwohl dem neugierigen Affen tatsächlich seit langem auch dort vermehrt ordentlich Zucker gegeben wird. Aber wer wißbegierig ist, bekommt dort, mehr als anderswo auch im Sinn von Sendezeit, seinen Teil ab vom großen Erfahrungskuchen, da häufig tiefschürfend zurückgeblickt wird in eine Vergangenheit, die Zusammenhänge erfassen, die eine Entstehungsgeschichte namens Gegenwart und damit auch Zukunft erkennen läßt. Es müssen wahrlich nicht immer nur hundert Jahre alte Bücher sein, aus denen Wissen zu beziehen ist; das mit der Wahrheit ist ohnehin eine Sache für sich. Ein bißchen was ist schließlich auch in der Wirklichkeit danach passiert, was sich im einen oder anderen später erschienenen Druckwerk spiegelt. Aber mit Neugier hat das, nach meinem Verständnis, eher weniger zu tun. Wie will ich beispielsweise eine digitale Revolution* verstehen, wenn ich von der industriellen nichts weiß? Manchmal ist es durchaus von Vorteil, auf den Dachboden der Erinnerung zu steigen. Auf meinem liegt sozusagen nur Altgier herum, mit der ein neugieriger Nachbar seine Lust nicht befriedigt bekommt. Aber ich kann damit lustvoll in Erkenntnisse eintauchen, weil jeder Blick sie erneuert.
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