Über Stein und Stöckchen

Ouf ! Das mir. Dabei meinte ich, das Thema fliegender Stöckchen doch gerade erst abgearbeitet zu haben. Nun denn. Aber eines sei hiermit kundgetan: nur dieses eine Mal!

Zunächst einmal: Ich gebe klein bei und ordne mich der US-Tube unter. Zum einen bin auch ich, wie mir der über roboternde Computer dissertierende und mir etwas näher stehende junge Mann sagte, ohnehin datenkrakenverseucht; zum nächsten: mein bisheriger französischer Musikanbieter ist mittlerweile derartig werbemüllüberladen, daß es sogar die schlimmste Reklamesau graust; drittens: das, was ich suche, finde ich dort so gut wie nicht. Die Tube hat nunmal alles (im Griff). Ich habe verloren, beuge mich. Aber nur mit Links. Und von den Kommentaren zu den jeweiligen Musikereien distanziere ich mich hiermit größtenteils ausdrücklich.


Are you male or female?
Darüber mache ich mir schon lange keine Gedanken mehr — Om

Describe yourself:
Valse Triste, manchmal Im Tempo eines gemächlichen Landlers (meine Verehrung, Herr Barbirolli)

How do you feel about yourself?
Wie avec le temps, des öfteren auch wie les anarchistes

Describe your current boy/girl situation:
So what

Describe your current location:
Runaway

Describe where you want to be:
ihretwegen sogar in Japan

Your best friends are:
solche

My favourite colour is:
Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau'n

You know that …
auch in Schweden bald Weihnachten ist.

How’s the weather?
Brother Wind

If your life was a television show what would it be called?
My favorite things/My funny Valentine

What is life to you?
Unterirdisch hörendeshalb

What is the best advice you have to give?
Seven steps to heaven

If you could change your name what would you change it to?
Herr Baltsa


Viel zu wenige Fragen für die vielen Antworten, die sich während des Verfertigens der Gedanken über Musik dann doch ergeben haben. Daß mag daran gelegen haben, mich mal meines Ohrenschmalzes entledigen zu müssen oder auch zu dürfen. Fast gänzlich draußen vor der Tür gelassen habe ich, was ich ständig höre und das ich abschalten muß, wenn Frau Braggelmann zu Besuch kommt, weil sie meine «Depressionsmusik» so gar nicht goutieren mag. Und was mir ansonsten vorgejazzt wird, kommt hier fast zu kurz, etwa die Richtung des von mir sehr geschätzten Herrn Schlippenbach; auch wenn seine Gattin hier vertreten ist, allerdings zusammen mit der ebenfalls von mir verehrten Maria João. Andererseits habe ich meine Musikgelüste ja bereits zum besten gegeben

Vieles habe ich nicht gefunden, auch mußte ich teilweise auf Interpretationen zurückgreifen, die nicht unbedingt die Gnade meines Hörregals finden würden. Aber es hat mir insgesamt sogar Freude bereitet, die viele Zeit damit zu verbringen, da mir die Musik auch neues vorgespielt hat. So wußte ich zwar, daß Kimmo Pohjonen mit dem Kronos-Quartett gemeinsame Sache gemacht hat, aber nicht, daß er, zusammen mit Sami Kuoppamaki, sogar Jimmi Hendrix schafft. Manches hat mich dann doch positiv überrascht. Wie es andere überraschen mag (oder vielleicht auch nicht), daß ich seltsame Höranwandlungen habe, etwa solche; sie sind sehr weit rückblickend bedingt, und einer wie ich kennt ja auch die finnische Mentalität des tangoähnlichen Boogie.

Aber nun dürfen andere ran. Hora Sexta, zum Beispiel, bitte ich darum. Deren musikalisches Innenleben interessierte mich brennend. Und auch bei Mifasola möchte ich gerne mal hineinhören, das ist dem Namen sozusagen bereits immanent (und nicht faul vorm Schallplattenregal liegen!). Ein kleiner Rachefeldzug geht an Frau Braggelmann, deren Mobiltelephon einen Höllenlärm veranstaltet, als Rufzeichen aufgespielt vom jüngsten der Junioren. Nicht dem Zeitgeist folgend möchte ich die Herren zur überflüssigen Minderheit degradieren, denn da wären zum Beispiel der Hinkende Bote, dessen musikalische Verfassung mich ebenso interessiert wie die von Ulfur Grai.

Die von Herrn Nnier, der mir das Stöckchen über die weite Wiese geworfen hat, scheint mir hinlänglich bekannt. Nun kennt er auch die meine. Und er mußte nichtmal den Staub vom Dictionnaire pusten. Oder?

Auf jeden Fall: Dank. Es war mir ein Vergnügen (aber immer erstmal Nein! schreien).
 
Mi, 18.11.2009 |  link | (3725) | 17 K | Ihr Kommentar | abgelegt: La Musica


g.   (18.11.09, 05:20)   (link)  
Himmel hilf!
Ein Stöckchen! Ob ich da alle Fragen beantworten kann?


jean stubenzweig   (18.11.09, 05:23)   (link)  
Soll's Ihnen besser gehen
als mir?! Aber mit Musik geht alles besser.


nnier   (18.11.09, 08:27)   (link)  
Lieber Herr Stubenzweig, das freut mich jetzt sehr - und irgendwann an diesem langen Tag werde ich hoffentlich dazu kommen, alles mit der gebührenden Aufmerksamkeit anzuhören.


hora sexta   (18.11.09, 13:47)   (link)  
Oh. Nun. Wir wollen ein Geländespiel daraus machen: hier klicken, und dann weiter.


ulfur grai   (18.11.09, 14:12)   (link)  
Au weia,
lieber Stubenzweig, da haben Sie mir wie einem hakenschlagenden Kanickel aber einen Knüppel zwischen die Beine geworfen, daß ich übers nächste nasse Stoppelfeld kobolze; denn, natürlich, bin ich gerade mal wieder unterwegs, wenn auch nur kurz, dafür allerdings in Ihrem Nachbarlandkreis, dem ostholsteinischen nämlich (wo's grad so gemütlich aus dem tief hängenden Topfdeckel über Hügeln und Feldern pladdert), und kann so nicht mal eben in der Plattensammlung blättern. Werd's aber baldmöglichst nachholen (wenn mir mal bitte jemand sagt, was ich jetzt überhaupt tun soll).
Daß Sie musikalisch in die Finnlandia-Abteilung greifen würden, hätte ich mir denken können, aber daß unsere musikalischen Gemeinsamkeiten so weit gehen, daß ich von Ihnen schon Kalaniemi, Pohjonen & Co. und ausgerechnet Sibelius' Valse triste vorweggenommen bekomme (Letzteres - bitte dermaleinst - bei meiner Beerdigung zu spielen), das geht mir nun doch etwas weit, aber ich werde bei Gelegenheit sehen, was ich auftreiben kann. Sie hören von mir.


jean stubenzweig   (18.11.09, 15:07)   (link)  
Dann hoffe ich,
daß Sie ein gemütliches Loch finden, in das Sie sich verkriechen können – denn 'n büschen Windiges gibt's ja obendrein, wie's sein muß an der Ostseeküste um diese Jahreszeit. Aber Sie kennen das ja.

Ganz in der Nähe übrigens, bei der JazzBaltica 2001 in Salzau, kam Pohjonen mir erstmals lebend unter; konserviert hatte ich ihn bereits einige Zeit zuvor gehört, aufmerksam gemacht hatte Herr Numminen. Und damals bin ich noch weit gereist seinetwegen, damals sogar aus Marseille anreisend (na gut, nicht nur seinetwegen).

Daß es außer mir noch einen Sibelius-Hörer gibt, darüber freue ich mich.

Voller Hörerwartung bin ich nun.

Ach so, ja, noch: Greifen Sie mal in die Tube. Ich habe es zum erstenmal intensiv getan. Zwar wußte ich von früher her, daß es viel gute alte Stückchen gibt, aber auch vom Aktuellen ist einiges recht passables dabei. Mit Ihrer Plattensammlung wird's allerdings nicht zu vergleichen sein, nehme ich an.


nnier   (18.11.09, 21:42)   (link)  
Sie wissen es: Für mich sind das musikalische Gegenden, die ich schlicht nicht kenne. Aber wie ein ganz bestimmtes Raumschiff breche ich auf, um fremde Welten zu entdecken, neues Leben und neue Zivilisationen. Auf geht's:

Om: Zu wüst, zu unstrukturiert, oder ist das der Höhepunkt eines Werks, das man in Gänze hören muss, um es zu verstehen? (So etwas kenne ich wiederum, wenn auch aus ganz anderer Musikrichtung).

Valse triste: So etwas ist ein Walzer? Hm-ta-ta, hm-ta-ta - stimmt! Ich muss bei diesem Wort immer an die Donau denken, dagegen klingt dieser hier angenehm zurückhaltend und, ach, da steht's ja auch: trist. Gefällt mir!

Im Tempo eines gemächlichen Landlers: Ganz toll, wegen so etwas werde irgendwann noch anfangen, Klassik zu hören. (Neulich schon, im Auto - der Name war Schostakowitsch, das musste ich mir unbedingt merken! - war ich traurig, als die Fahrt endete, und ich wusste, was ich als Rentner tun werde.)

Avec le temps: Das haben Sie schon einmal angebracht, und es ist ergreifend.

So What: Während mich Jazz insgesamt nicht so anspricht, mag ich diese Trompete wirklich gerne. Miles Davis, von dem hat man doch entweder gar keine oder gleich 200 Platten!?

Runaway: Schon als Kind hat mich das "wah-wah-wah-wah-wonder" fasziniert, und dann dieses Instrumentalsolo - was ist das eigentlich: Eine elektrische Orgel? Ich hätte den Interpreten nicht nennen können, das Stück ist aber geradezu prototypisch für diese frühe Rock-Ära und macht mir gute Laune.

Enzo Enzo: Das ist nichts für mich, es sei denn in einer Bar als angenehmes Hintergrundgeräusch.

Charlie Parker: Da isser wieder, der Jazz. Lustig, ich muss an die Sesamstraße denken bei dieser Performance. Und bei der Musik.

[Erschöpft, aber grinsend ab.]


gorillaschnitzel   (19.11.09, 02:09)   (link)  
Erschreckense nicht, aber zum Miles Davis-Thema von "So what" hab ich denselben Titel (drehense sehr ordentlich alles auf und erschreckense bitte nicht):

http://www.youtube.com/watch?v=HtiffRnQfHs


jean stubenzweig   (19.11.09, 15:43)   (link)  
Ein kleines bißchen
bin ich dann doch zusammengezuckt.


vert   (19.11.09, 13:05)   (link)  
so, hat gar nicht weh getan.


jean stubenzweig   (19.11.09, 15:58)   (link)  
Richtig
Ich durfte ja bohren.


mifasola   (20.11.09, 13:22)   (link)  
Habe mir ziemlich die Zähne ausgebissen an Ihrem Stöckchen...


jean stubenzweig   (20.11.09, 15:48)   (link)  
Großen Dank.
Vor allem für Frau Stucky.


mifasola   (20.11.09, 16:35)   (link)  
Gern
geschehen. Dann doch.


mifasola   (19.01.10, 09:34)   (link)  
Übrigens:
Wir erwähnten den Film Heimatklänge. Falls Sie noch interessiert sind und Freitag nichts Besseres vor- oder ein externes digitales Gehirn haben: Arte zeigt ihn.


jean stubenzweig   (19.01.10, 15:57)   (link)  
Ach, das ist fein!
Den werde ich konservieren. Ich vermute nämlich, ihn mir mehr als einmal anschauen zu wollen. Dank für den Hinweis.


jean stubenzweig   (24.11.09, 15:23)   (link)  
Freunde der Trompete!
Ich habe hier noch etwas, soeben in meinem Heimatsender entdeckt: Nuit Spéciale. Stunde um Stunde, sieben insgesamt, geht's nur um einen, um Miles Davis. Wer möchte, kann sie nachhören, die Nacht vom 14. auf den 15. November, réecoutez heißt das.















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